Lobbericher:Vitaminreich und zum Anbeißen |
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Beinahe in Vergessenheit geraten ist die gelbe Lobbericher Möhre (Daucus carota L. subsp. sativus = Wildmöhre, kultivierte subspecies), die der Lobberland e.V. wieder etwas aus der Versenkung holen möchte.
Auch 2010 stellt der Lobberland e.V. wieder kostenfrei Saattütchen zur Verfügung.
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Beschreibung der Möhre Manufactum.de beschreibt die Möhre als saftige, schmackhafte, sehr würzige Möhre, die Ende des 19. Jahrhunderts zunächst am Niederrhein, dann in Deutschland und der Schweiz bekannt wurde. Sie sei eine sehr gute Lagermöhre. Die Möhre ist gut für Diabetiker geeignet, da ihr Zuckergehalt niedrig ist - allerdings auch der Karotingehalt - die Möhre ist gelber als die orangen Typen. Zur Geschichte: Die gelbe Möhre ist eine Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende alte hiesige Nutzpflanze, die sich der Legende nach schon der römische Kaiser Tiberius per Kurier hat kommen lassen. Dieser hatte die Möhre als Soldat am Niederrhein kennen gelernt. Berichtet davon hat der Schreiber Plinius. Im Gegensatz dazu wurden die roten Möhren erst später durch Benediktiner hier eingeführt. |
Nach der deutschen Zollunion 1862 konzentrierte sich die deutsche Saatzucht im wesentlichen in Thüringen, wo sie im Windschatten des Thüringer Waldes in Erfurt besonders gute Bedingungen vorfand.
Es wurden dann aus den Herkunftsgebieten Möhren gesucht, die dann zur Zucht veredelt werden sollten.
Eine Erfurter Firma beauftragte den Lobbericher Lehrer Mons (wohnhaft Kempener Straße), bei den Bauern der Umgebung nach Möhren zu suchen, die ihren Vorstellungen entsprach. Um einen gleichmäßigen Wuchs der Züchtung zu garantieren, sandte sie Lehrer Mons eine Schablone, in die "Mustermöhren" passen mussten. Diese wurden dann Kistenweise über den Lobbericher Bahnhof auf die Reise geschickt.
Die hiesigen Möhren hatten aber in Thüringen keinen Namen.
Was lag näher, als sie nach der Herkunft (aus Lobberich eben) zu benennen
?!
Angebaut wurde sie dann in sandigen Böden bis Polen und Ungarn. Günter Nonninger, aus Lobberich stammender Drogist und Samenhändler, erinnert sich, dass im Geschäft seines Vaters Anton (Marktstraße) die Möhren bis nach Argentinien verschickt wurden.
Heute wird sie vor allem als Pferdefutter wieder im größeren Stil angebaut.
"Soetelsche Muuresoat" (verkauft als "rheinische gelbe") und "Rheinische Länker"
Eine andere Sorte, ebenfalls gelb, lang und stumpf mit einem ausgeprägten grünen Kopf, der etwa zu einem Viertel aus dem Boden wächst ist die "Söötelsche Muure", also die Süchtelner Möhre. Die "Süchtelner Möhren", so in Vorkriegsunterlagen noch bezeichnet, werden heute als rheinische gelbe Möhren gehandelt.
Auch gab es noch weiter zum Rhein hin große Wurzeln, die zu zwei Drittel über dem Boden wuchsen und einen "grünen Fuß" und ein "weißes Oberteil" hatten, die sogenannte Lanker Rübe. Heute hat sich der Futterpflanzenvermehrungsanbau dieser Sorte angenommen. Sie ist hier unter der Bezeichnung "Rheinische Länker" aus dem Futteranbau der Landwirtschaft in weiten Gebieten Europas nicht wegzudenken. All diese Möhren dienten zu Speisen- und Futterzwecken. Aus ihrem Saft gewann man Möhren- und Rübenkraut in den sogenannten "Krutpaarschen."
Lesen Sie dazu einen Bericht der Grenzland-Nachrichten vom 3. November 1988
Soetele.de meint, dass die Lobbericher Möhre ledigleich
ein neuer Name der "Soetelsche Mu-ersoat" sei (Daucus carota L.ssp.sativus
Soetelensis) Hier heißt es:
Der Zuchterfolg von Paul Luhnen verschwand aber nicht gänzlich, sondern
lebt heutigen Tages weiter unter der Bezeichnung Lobbericher-Gelbe
Futtermöhre.
Dagegen spricht, dass der Boden der Süchtener Gegend kiesiger ist. Die Süchtelner, eine goldgelbe stumpfe Möhre mit langer Spitze steht etwa eine Handbreit aus dem kiesigeren Boden hervor, während die Lobbericher tiefer in den lockereren Boden des Sandrückens zwischen Maas und Nette wächst. Dieser hat seine weitesten Ausbreitungen bin nach Dyck.
Bei einem Gedicht von Matthias Kamps steht die Lobbericher Möhre dann auch in Konkurrenz zur Süchtelner Entwicklung:
on wüerd se sich mött angere meäte,
hei Sötele övverhaup ken Schangs!
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2009: Gruß aus Garmisch -
Familie Fischer hatte
über das Fernsehen
von den Lobbericher Möhren erfahren - der Lobberland schickte den
Samen.